Lage, Größe, Fristen

Das Projekt befindet sich am Fuße des Schlossberges und hat nach Änderung im Sommer 2025 das Ausmaß von knapp 46 000 m².

Der östliche Bereich Exerzierplatz mit knapp 33 000 m² wurde aufgrund des wahrscheinlishes Vorhandensein des Jüdichen Friedhofs aus der Umwidmung vorübergehend herausgenommen.  Es blieb Kasernenareal mit ca 46 000 m². Der Standort befindet sich ca 40 Höhenmeter über dem Hauptplatz und ca 60 Höhenmeter über der Donaulände [Flw3_0_03, _1_58; NÖ Atlas: Höhenangaben]

Das Kasernenareal befindet sich derzeit in der Widmung (BS) Bauland – Sondergebiet Kaserne,
Der Exerzierplatz bleibt vorübergehend in der Widmung (Gspo) Grünland – Sportstätten.

Der Baubeginn des Bildungscampus wurde auf Sommer 2026 angekündigt [Mediale Berichte 2026-03: NÖN, Kurier, Krone, Heute…]. Der gesamte Zeitraum für die Umsetzun auch des neuen Wohnquariers gilt weiterhin ca 10 Jahre  [Flw23_1_28b (2.6)]. Dieser Zeithorizont entspracht auch der Angabe des Bauträgers  [Bauträger Halpin GmbH, Eurocampus:_FAQ n.16, Apr 2024].

Als die ersten sollen dabei in den kommenden die Bildungseinrichtungen umgesetzt werden: Geplant sind Kindergarten, private Volksschule, Fachhochschule St. Pölten und laut Berichten vom Anfang 2026 auch Labore der TU Wien. Für die Studierenden soll ein Studentenheim errichtet werden.“ [Bauträger Halpin GmbH, Apr 2024: Homepage_FAQ n.15; Mediale Berichte März 2026, Treffen mit dem Bürgermeister April 2026].

Das ursprünglich geplante Gymnasium mit 32 Klassen wird nicht gebaut. Temporär kommen mindest 2 Klassen in die Wasserkaserne in der Innenstadt (Hainburg, Opitzgasse)  – laut letzten bekannten Angaben kommt dorthin ein 8-jähriges Gymnasium – es handelt sich um ein Gebäude mit nur ca 1500 m2 bebauter Fläche – die genauen Baupläne sind nicht zugänglich, da es sich um einen Privaten Investor handelt (Sparkasse-Stiftung, Hainburg).

Widmungen, Nutzungen, räumliche Umsetzung

Die geplanten Widmungsflächen bestehen aus

  1. Bildungscampus (FH St.Pölten, TU Wien, Studentenheim) ca 20 700 m² und
  2. BKN-5,0-A1 (Bauland Kerngebiet für nachhaltige Bebauung) mit vorwiegend Wohnbereich und Diensten, Gastro in flexiber Erdgeschoßzone –  gesamt mitVerkehrsflächen Vp ca 25 200 m²
  3. Ein Teil des Kasernenareals ca 17 000 m² (derzeit Wald, meist Hanglage) wird rückgewidmet.

Abb. STB-03

Räumliche Umsetzung

Der letzte bekannte Bebauungs-Entwurf  [Änderung des Bebauugplans 2025: Bbp25_0_12, Quelle: Arch. Maurer und Partner, ZT GmbH + Olivia Stein Architektur ZT GmbH]  geht von ca 80-90% aus der alten Planung 2023 und ist somit auch in derzeit gültigen Gutachten – Entwässerung bzw. Wasser/Kanal  [Flw23_6_04], Strategische Umweltprüfung  [Flw23_3_44], Naturverträglichkeitsprüfung  [Flw23_4_23], Verkehrsuntersuchung  [Flw23_5_10] gut ablesbar.

Bei 3- bis 5-geschossiger Bebauung anhand dieser Gebäude-Grundrissen können die Bauvolumen ca. wie folgend aussehen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Abb. STB-04a, STB-04b

[oben: Eigene VIsualisierung 2026-04_BIB anhand obigen Gebäudeumrisse, bekannten Gebäudehöhen und max. BGF oberirdisch 680000 m2, Blick aus Osten (Braunsberg);      unten: Visualisierung_2023-09_ÖEK-und-Flächenwidmungsplan-2023_Strategische-Umweltprüfung_S.45_Nutzungskonzept-2023_Bebauungsstudie_Visualisierung-Kasernenareal_Maurer&Partner (Flw23_3_45), Blick aus Westen]

Den genauen Letztstand der geplanten räumlichen Umsetzung kann man evtl. auf der Homepage vom Bauträger Halpin GmbH  [Halpin GmbH, Eurocampus], bzw. der Architekturplaner:in [Olivia Stein Architektur] überprüfen

Bebauungsdichte, GFZ, G, BGF, Gebäudehöhen / Bauklassen.

Im Bereich BKN überrascht die (theoretische) Bebauungsdichte mit ziemlich hohem Geschossflächenzahl* (GFZ 5,0). Die bestehende Nachbarngebiete (Vorwiegend Wohngebiet) weisen meist GFZ 1,0 bis 2,0 auf – siehe Bestandshöhen aus GIS daten [Bbp25_0_17].

*Geschossflächenzahl GFZ ist das Verhältnis zw. Gebäudeflächen und der Grundstücksfläche: Fläche aller oberirdischen Geschossflächen oder auch Grundrissebenen bis zur Fassade (d.h. inkl.Wände) (G) zur Fläche des Grundstücks (Fb) ergibt die Geschossflächenzahl (GFZ).

[ https://www.architektur-lexikon.de/cms/lexikon/40-lexikon-g/564-geschossflaechenzahl.html?fbclid=IwAR34os9RhNdzBJJ7Umm_jFcmQfyR8DiUvG5GS_8HYre-NzCm02Yrns2MoNc ]

Maßgeblich für das Erscheinungsbild sind die fürs Projekt bereits festgelegten Gebäudehöhen (=Gebäudefronten) von 11 bis 17,5 m [Bbp25_0_70] – von diesen kann man allerdings in NÖ unter Schräge von 45 Grad noch 6m weiter bauen. Um maximale Gebäudehöhen zu bestimen, wurden max. absolute Höhen über Adria festgelegt [Bbp25_0_69]. Diese können um bis zu 3,5m für Teschnische Ausrüstung am Dach überschritten werden und zwar im gesamten Bereich des Bildungscamus und bei einem Gebäude im Bereich BKN-5-A.

Weiter wurden alle oberirdischen Geschosse auf 68 000 m² begrenzt [Bbp25_0_90]. Im Sinne dieser Obergrenze sowie genannten Höhenbestimmungen und hat BIB eigenes 3D-Modell erstellt – siehe obige Visualisierungen , bzw Schnitte unten.

Abb. STB-06

Zum ungüstigen Erscheinungsbild trägt spürbar die lokale Geographie – die Grudstücke liegen auf einer gegenüber der Altstadt deutlich erhöhter Höhenterasse. Gleichzeitig handelt es sich bei dem Gelände unter dem Schlossberg um eine konvex gebogebes Terrain (das Gelände hat einen „Buckel“) – auf so einem exponiertem Standort kommen auch die gleichen Höhen wie unten in der Altstadt sehr spürbar hervor. mit Höhen ca 3-5mal höher kommt man zu einer Bebauung, bei welcher die für Hainburgs Altstadt so prägende Stadttürme und Stadtmauer überhöht würden – das typische Mitellaler-Ortsbild droht verloren zu gehen.

In einem schematischem Schnitt ist die erwähnte Bebauungsdichte dargestellt; das sg Gebäudesockel (Erdgeschosszone) bleibt max 1-geschossig [auf dem obigen Höheplan blau]. Bei max. möglichen Bauhöhen der Baufelder geht die Sichtbeziehung zw. zwei markanten südlichen Türmen (Halter- und Uhrturm) verloren. 

Abb. STB-07

Alternative Nutzung- und Bebauungskonzepte, Stadtbild Hainburgs

Die Stadtmauer Hainburgs von ca 2,5km mit 15 Türmen zieht sich von der Donau bis zum Schlossberg und trägt wesentlich zum Stadtbild Hainburgs bei. Wenn an dem visuell exponiertem Kasernenareal und Exerzierplatz eine respektvolle Bebauung / Bauvolumen stattfindet, kann nicht dazu kommen, dass z.B. die südlichen historischen Stadttürme durch neue Baukörper überdeckt werden.

„Das überlieferte Stadtbild wird bislang nur von den schmalen wahrzeichenhaften Türmen der Stadtbefestigung sowie der Stadtpfarrkirche überhöht. Es sollte auf dem inneren Areal keine weiteren turmartigen Kubaturen geben, da diese die historischen kleinformatigen Türme deutlich degradieren und die Gewichtung des Stadtbildes ortsunüblich verändern würden“ [ÖEK+Flächenwidmung 2023: s.2_67b – Stellungnahme Denkmalpflege].

Ein Konzept für Bebauung ähnlich der Struktur in der Altstadt mit mäßig verdichteter Form war vorhanden im Sept 2016.                                                                          

Abb. STB-08,09

Freizeitzonen Hainburgs - Alternativen zum Exerzierplatz

DER EXERZIERPLATZ BLEIBT VORÜBER UNBEBEAUT. SOLANGE JEDOCH DIESER BEREICH NICHT ZUGÄNGLICH WIRD (DERZEIT VOM EIGENTÜMER NUR DIE DURCHWEGUNG GEDULDET), GELTEN DIE ALTERNATIVEN ZUM EXERZIERPLATZ WIE BEI DER ALTEN UMWIDMUNG 2023.

Die Flächenwidmungsdokumentation vom Sept 2023 listet unter Strategischer Umweltprüfung einige Alternativen zu dem bekanntesten grünen Freiraum Hainburgs. Der Exerzierplatz mit seiner kompakten Fläche, zentralen Lage und der Tradition in der Vergangenheit (Veranstaltungen, Feste, Zirkus…) soll derzeit nur noch als Reserve dienen (Änderung des Bebauungplans 2025).

Falls Exerzierplatz weiterhin für Freiraum-Aktivitäten unzugänglich beibt, ist es eindeutiger Verlust der Heinburgs Freiraumqualität. Laut Flächenwidmung 2023 sollen andere, sich im direkten Umfeld, bzw. am Gemeindegebiet befindlichen Anlagen und Flächen die Freizeitfunktion übernehmen – „generell zahlreiche weitere Erholungsflächen mit deutlich höherer Freizeitqualität (z.B. Schlossberg, Braunsberg, Donauauen und Donaulände sowie zahlreiche Sportstätten wie der lokale Tennis-, Fußball– und Golfplatz und das Bergbad).“ Dies stimmt jedoch nicht – in der Karte sieht man als Alternative den Friedhof, private Kleingartensiedlung sowie „Bogenschießen & Camping – es gibt keine so große grüne Camping-Wiese in Hainburg, hier handelt sich um die tiefere Donauufer, welche bewaldet (!) und schwer zugänglich ist. Die Aussage „Durch den gewählten Standort entsteht keine qualitative Versorgungslücke hinsichtlich grüner Infrastruktur.“ [Flächenwidmung 2023: s.3_46b] ist irreführend und stimmt mit der Realität nicht.

Abb. STB-12

 

DI Peter Sedlak / Gruppe Bildung im Bestand                           Juni 2026                           Hainburg an der Donau

Quelle [ÖEK+Flächenwidmung 2023 oder Flw23] : hier wird bezogen auf
Änderung des örtlichen Raumordnungsprogramms – Örtliches Enwicklunskonzept und Flächenwidmungsplan vom September 2023

Quelle [Änderung des Bebauungsplans 2025 oer Bbp25] : hier wird bezogen auf:

BEBAUUNGSPLAN, Änderung des Bebauungsplans Hainburg a.d. Donau, Juni 2025