Europacampus Hainburg: Ein Großbauprojekt an falschem gefährdet die Umwelt – die Natur des Schlossberges kann unter Druck gesetzt werden, Baugrund kann ungewisse Stoffe aufweisen.
Im Zuge der landesweiten Bildungslandschaft-Verdichtung ist beabsichtigt, im Bezirk Bruck an der Leitha einen Bildungscampus zu errichten. Die Initiative Bildung im Bestand (BIB) sieht in dem Wunsch, in Hainburg eine Bildungsstätte zu etablieren, eine große Chance. In der jetzigen Planung auf dem Kasernengelände unter dem Schlossberg sehen wir allerdings zahlreiche Gefahren für unseren Ort.
Derzeit ist der Europacampus Hainburg auf 46 000 m² Grundstücksfläche geplant, es sollten bis ca 68 000 m² Gebäudefläche (BGF) errichtet werden. [1]
Natur
In der Änderung der ÖEK und Flächenwidmung 2023 bzw Änderung des Bebauungsplans, Kasernenareal 2025 / evtl. spezifizierenden Raumordnungsverträgen 2024-2026 wurden Bedenken ausgedrückt, dass übermässige Lichtstrahlung die Fauna und Insekten des direkt benachbartes Waldes beeinträchtigen kann. Dieses Thema wurde in der Naturverträglichkeitserklärung 2023 [ÖEK und Flächenwidmung 2023 (Flw23), Naturverträglichkeitserklärung, S.17 (Flw23_4_17)] nicht erwähnt und keine Bedenken zu den Naturarten geäußert. Von Seiten der Anrainern in der Hummelstraße, obiger Teil wurden Rehen gesichtet. Falls die Lichteinstrahlung in der Nacht von der USTP St. Pölten (Baufeld A2.1) und bei weiterer Erweiterung auch von dem Studentenheim (A2.7) sowie den Wohnblöcken (Baufelder A2.5, A2.6) – alle Baublöcke in der höhe von 17 bzw 17,5 m – direkt auf den bewaldeten Hang emittieret werden, hat hier die große Fauna nicht die notwendige Nachtruhe. Noch mehr gilt es für die Insekten – diese Mikro Fauna kann nicht einfach wegfliegen – ihr Aktionsradius ist beschränkt auf spezifische fixe Gebiete des Waldhanges.
Die Lichteinstrahlung aber auch die Lärmbelastung unter dem Tag wäre im Fall einer wesentlich lockerer Beabuung Var 2015 [ÖEK und Flächenwidmung 2023 (Flw23), Strategische Umweltprüfung, S.41 (Flw23_3_41)] sowie Var 2016 [ÖEK und Flächenwidmung 2023, Strategische Umweltprüfung, S.42 (Flw23_3_42)] nicht von großer Bedeutung – die ca bis 2-3 geschossige Bebauung würde hin zum Wald gut ausklingen [Flw23_3_42nurKAS_Visu]. Konträr dazu emittiert die jetzige Planung mit Bauhöhen bis 17,5m und praktisch direkt an der Grenze zum Wald Lärm, zwar für Menschen nicht beachtlich, jedoch für die sehr sensible Fauna des Hanges wohl spürbar. Es Gibt Gefahr, dass sich dann gewisse Arten in andere Zonen zurückziehen und die jetztigen Biotopen eine unerwünschte Entwicklung mit Monoarten der Spezies aufnehmen. Im Fall vom Schlossberg handelt es sich um ein geschütztes Natura 2000 Gebiet Hundsheimer Berge.
Bei der weiteren Bauphasen sollte ein Teil dieses Gebietes den neuen Gebäuden weichen [ÖEK und Flächenwidmung 2023, Forstfachliche Stellungnahme (Flw23_2_32)] – Baufelder A2.5, A2.6. Bezüglich der Fauna würden hier die sehr hohe Wohnblöcke praktisch direkt in die etablierte Biotope des Waldes am Hang eindringen. Das Aufeinander-Stößen von Gebäuden und vorigen spezifischen Bereichen des Schlossbergs werde hier noch spürbarer.
Baugrund
In der Naturverträglichkeit ist eine „großflächig mit planiertem Abbruch- und Schüttmaterial aufgeschüttelte Fläche“ angeführt, welcher aus diversen Sporteinrichtungen, Parkanlage sowie Gebäuden vom Jahr 2016 stammt [ÖEK und Flächenwidmung 2023, Naturverträglichkeitserklärung, S.7 (Flw23_4_07b)]
Am Treffen zwischen der Initiative Bildung im Bestand und dem Bürgermeister bzw. Vertreter der Stadtgemeinde Hainburg a.d. Donau im April 2026 wurde bekanntgegeben, dass bezüglich einer möglichen Baugrund-Kontaminierung keine Analyse des Bauschutts durchgeführt wurde – dieser wurde dabei, wie oben beschrieben großflächig planiert. Das Bauamt setzte voraus, es befänden sich im Abbruchmaterial keine gefährlichen Stoffe.