Im Zuge der landesweiten Bildungslandschaft-Verdichtung ist beabsichtigt, im Bezirk Bruck an der Leitha einen Bildungscampus zu errichten. Die Initiative Bildung im Bestand (BIB) sieht in dem Wunsch, in Hainburg eine Bildungsstätte zu etablieren, eine große Chance. In der jetzigen Planung auf dem Kasernengelände unter dem Schlossberg sehen wir allerdings zahlreiche Gefahren für unseren Ort.
Derzeit ist der Europacampus Hainburg auf 46 000 m² Grundstücksfläche geplant, es sollten bis ca 68 000 m² Gebäudefläche (BGF) errichtet werden.
Einreichung 2026-08
Derzeitige Einreichspläne für den ersten Bauabschnitt (Errichtung eines Forschungsgebädes, eines Hochschulgebäudes, eines Bürogebäudes und einer Tiefgarage in Hainburg a.d. Donau, Hummelstraße 59 – 61, Grundstücke 469, EZ 3103) sind NUR für die Anrainer (6 Häuser) zur Einsicht zugänglich. die Initiative BIB motiviert hiermit die Anrainer eine Revision bzw. neue Prüfung/Nachweis des Ortsbildes zu verlangen – die Auswirkungen auf den Charakter der einsigartigen Mittelalterstadt werden groß (siehe Hauptbilder unten). Für die die detaillierte Einsicht kann man unseren Pressetext zum Ortsibld durchlesen. Wir stellen allgemein aber v.a. den Anrainer die Punkte im Pressetext zum Ortsbild zur Verfügung.
Pressetext der BIB zum Ortsbild
Lage, Größe, Fristen
Das Projekt befindet sich am Fuße des Schlossberges und hat nach Änderung im Sommer 2025 das Ausmaß von knapp 46 000 m².
Der östliche Bereich Exerzierplatz mit knapp 33 000 m² wurde aufgrund des wahrscheinlishes Vorhandensein des Jüdichen Friedhofs aus der Umwidmung vorübergehend herausgenommen. Es blieb Kasernenareal mit ca 46 000 m². Der Standort befindet sich knapp 40 Höhenmeter über dem Hauptplatz und 60 Höhenmeter über der Donaulände [Flw3_0_03, _1_58; NÖ Atlas: Höhenangaben]
Das Kasernenareal befindet sich derzeit in der Widmung (BS) Bauland – Sondergebiet Kaserne,
Der Exerzierplatz bleibt vorübergehend in der Widmung (Gspo) Grünland – Sportstätten.
Der Baubeginn des Bildungscampus wurde auf Sommer 2026 angekündigt und Fertigstellung bis Sommer 2028 [Europacampus Hainburg 2026-03_www.noe.gv.at]. Der gesamte Zeitraum für die Umsetzun auch des neuen Wohnquariers gilt weiterhin ca 10 Jahre [Flw23_1_28b (2.6)]. Dieser Zeithorizont entsprach auch der Angabe des Bauträgers [Bauträger Halpin GmbH, Eurocampus:_FAQ n.16, Apr 2024].
Als die ersten sollen dabei in den kommenden die Bildungseinrichtungen umgesetzt werden: Geplant sind Kindergarten, private Volksschule, Fachhochschule St. Pölten und laut Berichten vom Anfang 2026 auch Labore der TU Wien. Für die Studierenden soll ein Studentenheim errichtet werden.“ [Bauträger Halpin GmbH, Apr 2024: Homepage_FAQ n.15; Mediale Berichte März 2026, Treffen mit dem Bürgermeister April 2026].
Das ursprünglich geplante Gymnasium mit 32 Klassen wird nicht gebaut. Temporär kommen mindest 2 Klassen in die Wasserkaserne in der Innenstadt (Hainburg, Opitzgasse) – laut letzten bekannten Angaben kommt dorthin ein 8-jähriges Gymnasium – es handelt sich um ein Gebäude mit nur ca 1500 m2 bebauter Fläche – die genauen Baupläne sind nicht zugänglich, da es sich um einen Privaten Investor handelt (Sparkasse-Stiftung, Hainburg).
Widmungen, Nutzungen, räumliche Umsetzung
Die geplanten Widmungsflächen bestehen aus
- Bildungscampus (FH St.Pölten, TU Wien, Studentenheim) ca 20 700 m² und
- BKN-5,0-A1 (Bauland Kerngebiet für nachhaltige Bebauung) mit vorwiegend Wohnbereich und Diensten, Gastro in flexiber Erdgeschoßzone – gesamt mitVerkehrsflächen Vp ca 25 200 m².
- Ein Teil des Kasernenareals ca 17 000 m² (derzeit Wald, meist Hanglage) wird rückgewidmet.
Abb. STB-03
Räumliche Umsetzung
Der letzte bekannte Bebauungs-Entwurf [Infoveranstaltung 2026-07-15: Panell-Europacampus_Baufelder,Gebäude,Bauabschnitt1_Olivia Stein Architektur] zeigt die Gebäudeumrisse und detailliert den Bauabschnitt 1.
Bei obiger Gebäude-Grundrissen und Bauhöhenbegrenzung (siehe unten) entsteht 3- bis 5-geschossige Bebauung, wo die Bauvolumen wie folgend aussehen können. Abb. STB-04 a, b, c, d
[oben: Eigene Visualisierung 2026-06_BIB anh. obigen Gebäudeumrisse, bekannten Gebäudehöhen und max. BGF oberirdisch 680000 m2, Blick aus Osten (Braunsberg);
2-tes Bild von oben: Visualisierung_2023-10_Änderung des Bebauungsplans Hainburg a.d.Donau Kasernenarealm Juni 2025_Skizzenhafte Visualisierung_Maurer&Partner Okt 2023 (Bbp25_3_85);
3-tes Bild von oben: Visualisierung_2023-09_Flw23_Strat.Umweltprüfung_S.45_Nutzungskonzept-2023_Bebauungsstudie_Visualisierung-Kasernenareal_Maurer&Partner (Flw23_3_45);
unten: eigene Visualisierung 2026-06_BIB lt. offiziellem 3D-Bild ÖEK-und-Flächenwidmungsplan-2023_Strategische-Umweltprüfung_S.45_Nutzungskonzept-2023, Blick aus Westen]
Den genauen Letztstand der geplanten räumlichen Umsetzung kann man evtl. auf der Homepage vom Bauträger Halpin GmbH [Halpin GmbH, Eurocampus], bzw. der Architekturplaner:in [Olivia Stein Architektur] überprüfen
Abb. STB-05
Gebäudehöhen alt, geplante Bebauungsdichte.
Im Bereich BKN überrascht die (theoretische) Bebauungsdichte mit ziemlich hohem Geschossflächenzahl* (GFZ 5,0). Die bestehende Nachbarngebiete (Vorwiegend Wohngebiet) weisen meist GFZ 1,0 bis 2,0 auf – siehe obige Bestandshöhen aus GIS-Aufnahme [Bbp25_3_17].
*Geschossflächenzahl GFZ ist das Verhältnis zw. Gebäudeflächen und der Grundstücksfläche: Fläche aller oberirdischen Geschossflächen oder auch Grundrissebenen bis zur Fassade (d.h. inkl.Wände) (G) zur Fläche des Grundstücks (Fb) ergibt die Geschossflächenzahl (GFZ).
Maßgeblich für das Erscheinungsbild sind die fürs Projekt bereits festgelegten Gebäudehöhen (=Gebäudefronten) von 11 bis 17,5 m [Bbp25_3_70] – von diesen kann man allerdings in NÖ unter Schräge von 45 Grad noch 6m weiter bauen. Um maximale Gebäudehöhen zu bestimen, wurden max. absolute Höhen über Adria festgelegt [Bbp25_3_69]. Diese können um bis zu 3,5m für Teschnische Ausrüstung am Dach überschritten werden und zwar im gesamten Bereich des Bildungscamus und bei einem Gebäude im Bereich BKN-5-A.
Weiter wurden alle oberirdischen Geschosse auf 68 000 m² begrenzt [Bbp25_3_90]. Im Sinne dieser Obergrenze sowie genannten Höhenbestimmungen und hat BIB eigenes 3D-Modell erstellt – siehe obige Visualisierungen , bzw Schnitte unten.
Abb. STB-06
Zum ungüstigen Erscheinungsbild trägt spürbar die lokale Geographie – die Grudstücke liegen auf einer gegenüber der Altstadt deutlich erhöhter Höhenterasse (um 6-10m). Gleichzeitig handelt es sich bei dem Gelände unter dem Schlossberg um eine konvex gebogebes Terrain (das Gelände hat einen „Buckel“) – auf so einem exponiertem Standort kommen auch die gleichen Höhen wie unten in der Altstadt sehr spürbar hervor. Mit neuen Gebäuden ca 3-5mal höher kommt man zu einer Bebauung, bei welcher die für Hainburgs Altstadt so prägende Stadttürme und Stadtmauer überhöht würden – das typische Mitellaler-Ortsbild droht unwiderruflich verloren zu gehen.
In einem schematischem Schnitt ist die erwähnte Bebauungsdichte dargestellt; das sg Gebäudesockel (Erdgeschosszone, orange) des Neubaus bleibt max 1-geschossig [auf dem obigen Höheplan blau]. Bei max. möglichen Bauhöhen in den Baufelder (definiert über Adria) geht die Sichtbeziehung zw. zwei markanten südlichen Türmen (Halter- und Uhrturm) verloren.
Abb. STB-07
Alternative Nutzung- und Bebauungskonzepte, Stadtbild Hainburgs
Die Stadtmauer Hainburgs von ca 2,5km mit 15 Türmen zieht sich von der Donau bis zum Schlossberg und trägt wesentlich zum Stadtbild Hainburgs bei. Wenn an dem visuell exponiertem Kasernenareal und Exerzierplatz eine respektvolle Bebauung / Bauvolumen stattfindet, kann nicht dazu kommen, dass z.B. die südlichen historischen Stadttürme durch neue Baukörper überdeckt werden.
„Das überlieferte Stadtbild wird bislang nur von den schmalen wahrzeichenhaften Türmen der Stadtbefestigung sowie der Stadtpfarrkirche überhöht. Es sollte auf dem inneren Areal keine weiteren turmartigen Kubaturen geben, da diese die historischen kleinformatigen Türme deutlich degradieren und die Gewichtung des Stadtbildes ortsunüblich verändern würden“ [ÖEK+Flächenwidmung 2023: s.2_67b – Stellungnahme Denkmalpflege].
Ein Konzept für Bebauung ähnlich der Struktur in der Altstadt mit mäßig verdichteter Form war vorhanden im Sept 2016.
Abb. STB-08,09
Freizeitzonen Hainburgs - Alternativen zum Exerzierplatz
DER EXERZIERPLATZ BLEIBT VORÜBER UNBEBEAUT. SOLANGE JEDOCH DIESER BEREICH NICHT ZUGÄNGLICH WIRD (DERZEIT VOM EIGENTÜMER NUR DIE DURCHWEGUNG GEDULDET), GELTEN DIE ALTERNATIVEN ZUM EXERZIERPLATZ WIE BEI DER ALTEN UMWIDMUNG 2023.
Die Flächenwidmungsdokumentation vom Sept 2023 listet unter Strategischer Umweltprüfung einige Alternativen zu dem bekanntesten grünen Freiraum Hainburgs. Der Exerzierplatz mit seiner kompakten Fläche, zentralen Lage und der Tradition in der Vergangenheit (Veranstaltungen, Feste, Zirkus…) soll derzeit nur noch als Reserve dienen (Änderung des Bebauungplans 2025).
Falls Exerzierplatz weiterhin für Freiraum-Aktivitäten unzugänglich beibt, ist es eindeutiger Verlust der Heinburgs Freiraumqualität. Laut Flächenwidmung 2023 sollen andere, sich im direkten Umfeld, bzw. am Gemeindegebiet befindlichen Anlagen und Flächen die Freizeitfunktion übernehmen – „generell zahlreiche weitere Erholungsflächen mit deutlich höherer Freizeitqualität (z.B. Schlossberg, Braunsberg, Donauauen und Donaulände sowie zahlreiche Sportstätten wie der lokale Tennis-, Fußball– und Golfplatz und das Bergbad).“ Dies stimmt jedoch nicht – in der Karte sieht man als Alternative den Friedhof, private Kleingartensiedlung sowie „Bogenschießen & Camping – es gibt keine so große grüne Camping-Wiese in Hainburg, hier handelt sich um die tiefere Donauufer, welche bewaldet (!) und schwer zugänglich ist. Die Aussage „Durch den gewählten Standort entsteht keine qualitative Versorgungslücke hinsichtlich grüner Infrastruktur.“ [Flächenwidmung 2023: s.3_46b] ist irreführend und stimmt mit der Realität nicht.
Abb. STB-12
DI Peter Sedlak / Gruppe Bildung im Bestand September 2026 Hainburg an der Donau
Quelle [ÖEK+Flächenwidmung 2023 oder Flw23] : hier wird bezogen auf
Änderung des örtlichen Raumordnungsprogramms – Örtliches Enwicklunskonzept und Flächenwidmungsplan vom September 2023
Quelle [Änderung des Bebauungsplans 2025 oer Bbp25] : hier wird bezogen auf:
BEBAUUNGSPLAN, Änderung des Bebauungsplans Hainburg a.d. Donau, Juni 2025