Europacampus Hainburg: Ein Großbauprojekt an falschem Ort bringt zusätzlichen Verkehr – die Stadt kann ersticken.
Im Zuge der landesweiten Bildungslandschaft-Verdichtung ist beabsichtigt, im Bezirk Bruck an der Leitha einen Bildungscampus zu errichten. Die Initiative Bildung im Bestand (BIB) sieht in dem Wunsch, in Hainburg eine Bildungsstätte zu etablieren, eine große Chance. In der jetzigen Planung auf dem Kasernengelände unter dem Schlossberg sehen wir allerdings zahlreiche Gefahren für unseren Ort.
Derzeit ist der Europacampus Hainburg auf 46 000 m² Grundstücksfläche geplant, es sollten bis ca 68 000 m² Gebäudefläche (BGF) errichtet werden. [1]
ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Zu dem Projekt, welches nach Fertigstellung, die Bevölkerung und Beschäftigten um ca 20% erhöht, gab es erst nach drei Jahren eine öffentliche Infoveranstaltung – sie fand am 15. Juli 2026 statt. Die Hainburger:innen wurden nur sieben Tage vorher eingeladen – und gerade in der Urlaubszeit. Geboten wurde kein Vortrag mit Diskussion, sondern, eine Art Ausstellung mit 21 thematischen Inseln, wo Vertreter der Projekt-Beteiligten Fragenbeantworten sollten. [2]
NEUE MENSCHEN IM GEBIET
Beim Europacampus Hainburg soll außer dem Bildungscampus auch ein neues Wohnquartier entstehen. Ca. 1300 Personen in Bildungseinrichtungen und Dienstleistung und weitere knapp 700 Personen in Etappen als neue Stadtbewohner im Wohnquartier in bis zu 300 Wohnungen sind zu erwarten. [3]
Dies bedeutet viel mehr Verkehr auf der bereits belasteten Kreuzung (Hainburg, Wienertor) bzw. Zufahrtstraße: Landstraße (Bundesstraße B9) / Hummelstraße.
Im Jänner 2026 sind ca 200 Forschende der TU Wien hinzugekommen [6] – die Labore mit abgeschätzten 12000 m2 Gebäudefläche nehmen den größten Bauplatz ein. Bei der Veranstaltung im Juli 2026 hat der Vertreter der TU Wien hat 122-153 Personen angegeben (dies bedeute ca 100m2 pro Forschenden). Die Architektin-Vertreterin konnte trotz der fertigen Einreichungspläne keine genauen Gebäudeflächenfür die Bildungseinrichtungen angeben und verwies an den Projektentwickler.
MOBILITÄT
Zum Thema „Mobilität“ wurden die 0 ,9 bis 1,4 km adäquate „flache“Entfernungen zu den Hainburger Bahnhöfen (750m bis 1,2km mit 37 bis 60 Höhenmeter) und 700 bis 780m adäquate „flache“Entfernung zum Stadtzentrum (560m – 640m mit 34 Höhenmeter) weiter als „kurze Wegezu Bahnhöfen, Stadtzentrum, Gastronomie“ bezeichnet [4]. Dass es sich dabei teilweise um steile Straßen handelt, war nie berücksichtigt worden.
Die Möglichkeit einer Bushaltestelle beim Camus soll in 300-400m Entfernung zum Areal auf einem steilen Hang liegen und ist eindeutig nicht barrierefrei.
Nähere Daten und Maßnahmen zum Verkehr sollen im kommenden „Mobilitats-Konzept“ in dennächsten Monaten ersichtlich werden. Das Mobilitats-Konzept solle ERST nach dem Festlegen der Gebäude erfolgen.
Aufgrund der neu angekündigten Forschungsplätze der TU Wien hat die Initiative Bildung im Bestand eine neue Verkehrsanalyse der jetzigen Lage in Auftrag gegeben. Es wurde von der anderer Verkehrsplanerin bestätigt, dass die alte Verkehrsuntersuchung (aktualisiert Mitte 2025) v.a. wegen der Änderung 2026 nicht mehr gelten kann.
Falls ERST die Gebäude geplant und danach der Verkehr gelöst werden soll, kann die Bundesstraße B9 später, d.h. DANACH nicht vergrößert werden (vor der Ampelkreuzung stehen beidseitig Häuser). Man rechne somit mit unverzichtbaren Beschränkungen in bestehendem Straßennetz. Neben der Anzahl an Bussen würden die Pendelnden natürlich auch mit den Autos kommen. Der neu erzeugte Verkehr erhöht neben der Autopräsenz auch die Luftverschmutzung (in den letzten 16 Jahren waren die PM10 Artikel-Werte 6-mal am Limit, bzw überschritten). Hainburg leidet bereits jetzt durch regelmäßige Staus.